Sonntag, 15. März 2009

Bariloche

Moin Moin,
gerade habe ich drei Stunden Zwischenstopp im chilenischen Provinznest Osorno auf dem Weg nach Santiago. Daher nutze ich die Zeit fuer ein weiteres Update.

Vergangenen Donnerstag brach ich zu einer weiteren 20-stuendigen Busfahrt nach Bariloche im nordpatagonischen Seengebiet auf. Ein weiterer kurzer Kommentar zu den Bussen hier: Zur Begruessung spielte der Steward (i.e. Flugbegleiter, oder wie auch immer man die Bedienung in Bussen bezeichnen kann...) mit uns Bingo! Es war wirklich urkomisch, auch wenn ich leider nicht gewonnen habe. Spaeter gabs dann ein Busverhaeltnisse vernuenftiges Essen, Wein und einen sehr guten Spielfilm.

Nach wie gesagt rund 20 Stunden Busfahrt durch groesstenteils oedes, flaches Land ohne nennenswerte Fauna (Zentralargentinien ist leider groesstenteils so) kam ich Freitagmittag also in Bariloche an. Die Stadt ist sehr sehr touristisch - aber absolut zu Recht, denn die Gegend hier gehoert wohl zu den schoensten Fleckchen Erde, auf die ich jemals meine Fuesse setzen durfte (ehrlich!).

Hier ein paar Eindruecke von der Fahrradtour, die ich am Samstag mit einem sehr lustigen (und - natuerlich - trinkfesten) irischen Paerchen aus meinem Hostel unternommen habe:





Heute unternahmen wir eine Raftingtour ins Grenzgebiet zu Chile. Auch das war - ich will nicht ins Schwaermen geraten - ziemlich genial.





Das argentinische Seengebiet ist, soviel laesst sich festhalten,absolut die Reise wert. Meine letzten Reisetage werde ich nun also in Chile verbringen. Bis bald!

Donnerstag, 12. März 2009

Córdoba & Mendoza

Vergangenen Samstag kam ich nach einer weiteren - diesmal ziemlich miesen - Uebernachtfahrt im zentralargentinischen Córdoba an. Córdoba - klingelt da was? Richtig, hier hat sich die deutsche Nationalelf unter Helmut Schoen vor nunmehr ueber 30 Jahren ihre beruehmte Schmach von Córdoba im Fussballspiel gegen Oesterreich eingehandelt (3:2, oder?).

Da ich mich nach wie vor nicht sonderlich fuer Fussball interessiere, erkundete ich anstelle des Stadions lieber das Umland. Am Sonntag brach ich daher zu fruehmorgentlicher Stunde (7.00) zu einer gefuehrten Wandertour in die nahegelegene Sierra auf, die allerdings eher wie die schottischen Highlands anmutet. Wie sich herausstellte, war ich der einzige auslaendische Tourist in der Gruppe, alle anderen Mitwanderer waren gestresste Grossstaedter auf Wochenendausflug. Die Gruppe war ausgesprochen nett, auch wenn ich aufgrund des starken lokalen Dialekts die meiste Zeit ueber nix verstand.







Nach zwei weiteren, geruhsameren Tagen in Córdoba gings dann weiter nach Mendoza. Mendoza liegt idyllisch am Fusse der Anden und ist die argentinische Weinhauptstadt - 70% des argentinischen Weins werden hier produziert. Dementsprechend war es nur folgerichtig, erst einmal eine gediegene Fahrradtour zu den lokalen Weinguetern zu unternehmen und sich standesgemaess verkoestigen zu lassen.





Gestern sind meine momentane Reisegefaehrtin Sonya (aus USA) und ich dann zu einer Expedition zum Aconcagua, dem hoechsten Gipfel ausserhalb des Himalaya, aufgebrochen. Der Aconcagua ist knapp 7.000 Meter hoch - etwas zu viel fuer eine schnelle Besteigung... Allerdings war auch das Wandern an dessen Fusse in ca. 3.500 Metern schon alle Strapazen wert, denn die Aussicht ist gigantisch. Und strapazioes war es wirklich, denn die Luft ist auch in dieser Hoehe schon ziemlich duenn.





Heute Abend geht es dann weiter nach Bariloche, meiner voraussichtlich letzten Station in Argentinien.
Bis bald!

Freitag, 6. März 2009

Puerto Iguazú

Vergangenen Dienstag sind meine temporaere Reisebegleitung Tracy und ich nach 18-stuendiger Busfahrt am noerdlichsten Ende Argentiniens, in Puerto Iguazú, angekommen. Die Fahrtdauer hoert sich grausamer an, als sie tatsaechlich war, denn die Busse sind hier extrem konfortabel und mit allen Schickschnacks ausgestattet, u.a. Liegesitz und Am-Platz-Service (im Ggs. zur Deutschen Bahn sogar im Fahrpreis inbegriffen).

Die Hauptattraktion hier in Puerto Iguazú sind natuerlich die gleichnamigen Wasserfaelle, die tatsaechlich unbeschreiblich imposant und schoen sind.









Nachdem ich den darauffolgenden Tag mit Sonnenstich mattgesetzt war (hier herrschen tropische Temperaturen), haben wir am dritten Tag in Iguazú eine kleine Abenteuertour in den Dschungel unternommen.







Als Belohnung fuer die Strapazen wartete am Ende eine gemaechliche Bootstour ueber die Fluesse Iguazú und Paraná auf uns, die genau hier die Laender Argentinien, Brasilien und Paraguay voneinander trennen.







Ueber meinen (ex-)Celler Freund Roman, dessen Familie hier lokale Kontakte hat, bekam ich gluecklicherweise noch ein wenig vom Leben ausserhalb der zonas turisticas mit: Der Eine-Welt-Laden Celle sammelt naemlich Spenden fuer die vielfach mangelhafte Austattung der Schulen hier vor Ort.

Die alte Schule platzt hier aus allen Naehten, nicht zuletzt aufgrund der Sproesslinge der vielen (meist illegalen) Armutsmigranten aus Paraguay und auch aus dem statistisch reicheren Brasilien, wie mir Lucas, der Sohn der Schuldirektorin, erzaehlte. Die Schueler von der ersten bis zur siebten Klasse muessen derzeit in 3 Durchgaengen taeglich unterrichtet werden, weil der Platz nicht ausreicht. Die Spendengelder aus Deutschland fliessen hauptsaechlich in Buecher und dringend benoetigte Moebel. Ausserdem konnte das Schulorchester mit Instrumenten ausgestattet werden.








Derzeit wird eine neue Schule gegenueber gebaut, die in etwa einem Jahr bezugsfertig ist.






Lucas hat mich dann noch ein wenig herumgefahren und mir die einfacheren Gegenden Puerto Iguazús, eine der am schnellsten wachsenden Staedte im Bundesstaat Misiones, gezeigt. Insgesamt ist die Stadt angenehm "relaxed" und die Einheimischen sehr freundlich. Natuerlich sind aber auch hier die Unterschiede zwischen arm und reich kaum zu uebersehen (wenn man hinschaut).





Bis bald!

Sonntag, 1. März 2009

Buenos Aires

Vergangenen Donnerstag bin ich in Buenos Aires angekommen.

Die Stadt ist sehr vielseitig: Einerseits mutet sie sehr europaeisch an mit ihren Prachtboulevards, Hochhaeusern und Monumenten. Ausserdem sind die allermeisten Einwohner hier - anders als etwa in Mexiko - "weiss", weil sie in direkter Linie von europaeischen Einwanderern abstammen und es hier unten wenig indigene Bevoelkerung gab/gibt. Andererseits aber hat auch Buenos Aires seine typisch lateinamerikanischen Features, etwa die Armen, die abends die Muellsaecke an der Strasse aufreissen, um nach Essbarem und Wertstoffen zu suchen.

Insgesamt aber ist Buenos Aires auf jeden Fall eine Reise wert. Die Stadt zeichnet sich zwar nicht gerade fuer ihre Sehenswuerdigen im klassisch touristischen Sinne aus, wohl aber dafuer, dass ich im wahrsten Sinne rund um die Uhr was los ist. Besonders in dem Arbeiter- und Kuenstlerviertel San Telmo, in dem ich wohne.

Hier ein paar Eindruecke:

Strassenband in San Telmo


Man sagt den Argentiniern ja bisweilen einen Hang zur Melancholie nach. Ihr Faible fuers Morbide wird jedenfalls im Stadtfriedhof von Recoleta deutlich, dessen Gruften den Wiener Zentralfriedhof in Sachen Kitsch und Pomp schlicht alt aussehen lassen.


Hafenviertel Puerto Madero (koennte auch in irgendeiner beliebigen nordamerikanischen Stadt sein)


Einwanderer und Touri-Neppviertel La Boca


Das beste an Argentinien sind aber ohne Zweifel die Rindersteaks, dazu ein kuehles Bier aus der Literflasche. Besser gehts nicht.


Morgen gehts im Bus weiter nach Iguazú. Bis demnaechst!

Mittwoch, 25. Februar 2009

New York

Hallo allerseits!

Mein erster Eintrag in dieses Reisetagebuch (welches weder Anspruch auf Aktualitaet noch auf Vollstaendigkeit erhebt!) kommt aus der Stadt, die niemals schlaeft: New York City. Da ich ja bereits in meinem letzten Blog ausfuehrlich ueber das Leben in dieser Stadt berichtete, moechte ich es diesmal eher kurz halten.

New York dient diesmal gewissermassen als mein Basislager um a) Vorraete aufzunehmen und um b) Kraefte zu tanken, um bestens vorbereitet in mein unglaubliches Abenteuer zu starten. Wie eigentlich zu erwarten war, ist mir das Kraeftetanken allerdings nicht wirklich gelungen, da ich natuerlich fast die ganze Zeit unterwegs war.

Am Abend meiner Ankunft (Sonntag) etwa war die Oscar-Verleihung, die hier natuerlich ein Riesenevent ist. Um meinen Jetlag offensiv anzugehen bin ich also mit meinem hiesigen Freund, Nachmieter und Gastvater Rod in eine Bar gegangen, um die Oscars zu schauen. Wie sich rausstellte, handelte es sich dabei um eine (gemaessigte) Schwulen- und Lesbenkneipe, in der natuerlich ein Riesenhallo herrschte, als Sean Penn fuer seine Darstellung des ersten schwulen Kongressabgeordneten der USA, Harvey Milk, den Oscar erhielt. Als dann die Party richtig losging und feucht-froehlich zu werden begann, sind wir dann - zu meiner Beruhigung - abgehauen.

Ansonsten habe ich die letzten drei Tage mit Sightseeing verbracht, wobei ich auch etwas abseits der ueblichen Pfade und ein wenig auf meinen eigenen Spuren von vor 2 Jahren unterwegs war. Insgesamt hat sich in dieser Zeit nicht allzu viel veraendert. Meine Strasse vor meinem Apartment sieht noch genau so dreckig aus...




...genauso wie Sunset Park, die Gegend in Brooklyn, in der ich zu allererst (bei Jan) gewohnt hatte...


An der Wallstreet war diesmal irgendwie ziemlich tote Hose, komisch...


...und am Ground Zero hat sich immer noch nicht viel getan...


Heute war ich dann noch einmal an allernoerdlichsten Spitze Manhattans (fuer Unwissende: Manhattan ist eine Insel und ca. 22 Kilometer lang)...

...ist es Avignon? Toledo? Nee, die "Cloisters" in New York.

So, jetzt muss ich zum Flughafen, um hoffentlich nicht gleich wieder im Hudson zu landen, sondern morgen in Buenos Aires.

Hasta luego!